Pressemitteilung Nr. 39 Verein Götzberger Windmühle e.V.


Handgeschmiedete Angsteisen

Was sind bitte Angsteisen an einer hölzernen Windmühle? Frank Kabel, Vorstandmitglied des Vereins Götzberger Windmühle e.V., lächelt und erklärt: An der Spitze der Flügelwelle sitzen zwei Kästen aus Gusseisen. Durch diese Kästen werden die Bruststücke der Flügel geschoben, an denen dann wiederum die Ruten befestigt werden. Steht man also vor den Flügeln, sieht man sie als Mittelpunkt des Flügelkreuzes. Diese Kästen halten jeweils einen ganzen Doppelflügel und tragen damit ein großes Gewicht. Die Zimmerermeister als Erbauer von Mühlen und auch die Müller haben nicht unberechtigt Angst davor, dass einer dieser Kästen bricht und ein kompletter Doppelflügel abstürzt. Zur Sicherheit wurden deshalb um die zwei Kästen je acht Angsteisen geschraubt, die dann notfalls die Flügel halten. Im Zuge des Neubaus der Kappe unserer Windmühle in Götzberg können Flügelwelle mit Kästen und Bremsrad wieder verwandt werden. Woher bekommen wir aber neue Angsteisen? Manfred Pagels, 68, pensionierter Schmiedemeister aus Wakendorf II war die Lösung. Sein alter Betrieb, heute geleitet von Sohn Jens, repariert alles rund um die Landtechnik. Anhänger, Trecker, Mähdrescher und vieles mehr erhalten aber nicht nur neue Ersatzteile, es wird auch noch richtig geschlossert und die Esse ist noch lange kein Museumsstück. Für die Mühle feuere ich die Esse gerne an und schwinge noch einmal den Schmiedehammer, so der Senior. Der Verein freut sich: wenn wir schon neue Teile verwenden müssen, so Kabel, dann sind uns nach alter Handwerkskunst gemachte Teile lieber. Jetzt brauchen wir nur noch das restliche Geld für die Flügel, dann können auch die Angsteisen zu ihrem entgültigen Einsatz kommen!



13.12.2006

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